Was bedeutet Weihnachten für dich?

Es weihnachtet sehr

ho ho ho

Ja, was bedeutet Weihnachten eigentlich und ändert sich das Gefühl mit den Jahren? Haben wir verlernt was der Ursprung dieses Festes ist und spielt es heute noch eine Rolle? Kann nicht jeder selbst entscheiden wie er das Weihnachtsfest verbringt?

Weihnachten war voller Überraschungen, es war aufregend.

Als ich klein war, war es das schönste Fest. Nahezu pompös. Es wurde gefeiert, gelacht und manchmal auch geweint. Weil meine Cousine ihre Barbie schon vor mir bekam und mein kleines Kinderherz sich vor Enttäuschung beinahe den ganzen Abend nicht mehr beruhigen konnte. Heute schmunzele ich über diese Geschichten. Über die Erinnerungen. Oder lächele wehmütig während ich an meinen verstorbenen Opa denke. Wie er am späten Abend zu Besuch kam, weil er diesen Heiligen Abend bei dem anderen Teil der Familie verbracht hatte. Weil dieses Jahr nicht alle zusammen gefeiert haben. Wie er mit Oma vor der Tür stand, mir entgegen lächelte, Frohe Weihnachten wünschte und mir sein Überraschungsgeschenk überreichte, welches noch heute Platz in meinem Zuhause hat. Dann das erste Weihnachten ohne Opa. Die Lücke, die entstand. Diese Lücke… aber der Schnee rieselte weiter, die Lichter leuchteten noch immer und das Lachen hat er nicht gestohlen, die Liebe nicht entzogen. 

Weihnachten war voller Überraschungen, es war aufregend. Wie ich in meinem Zimmer darauf wartete, dass meine Eltern mich rufen. Wie sie mich begrüßt haben, wie ich strahlte. Das Auspacken der Geschenke war natürlich ein Highlight. Als Kind liebt man es anschließend mit den neuen Errungenschaften zu spielen. Und doch wurde mir gelehrt was Weihnachten wirklich bedeutet. Die Wärme, die Liebe und auch die religiöse Geschichte dahinter. Auf spielerische Art und Weise. Mir wurde Dankbarkeit gelehrt, Wertschätzung. Die Dinge nicht für selbstverständlich anzusehen. Auch wenn man als Kind nicht alles sofort versteht. So weiß ich doch heute, dass es nicht um materielle Überschüttung geht.

Mit der Zeit verändert sich das Weihnachtsfest

Je älter ich wurde, desto weniger aufregend wurde auch Weihnachten bis ich mich irgendwann so gut wie gar nicht mehr darauf freuen konnte. Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Es lag hauptsächlich an mir und meiner Einstellung und vielleicht auch, weil der Kreis der Familie immer weniger zusammen kam. 

Das vermisse ich noch heute. Das Heiligabend keine zwölf Leute mehr zusammen sitzen, sondern nur noch vier. Weil der eine geschieden ist, der andere Groll in sich trägt, weil die einen weg gezogen sind und die anderen einfach nicht mehr da sind. Diese vier Leute sind aber nicht minder wert. Nein, für mich ist das der Kern. So sehr ich den Rest unserer Familie vermisse, so sehr schätze ich auch die, mit denen ich am 24. Dezember zusammen sitze. 

Oh Santa Baby

Eine der schönsten Momente ist…

Heute ist Weihnachten also etwas anderes. Heute bin ich kein Kind mehr, muss nicht mehr überrascht werden. Heute lege auch ich Geschenke unter den Baum. Heute kocht Oma nicht mehr, sondern Mama. Heute helfe ich und heute sorge ich für Überraschungen, damit der Abend etwas Besonderes bleibt. Heute freue ich mich nicht mehr nur auf das Auspacken der Gaben, heute gebe ich nur allzu gerne. Ich liebe es in das lächelnde, das dankbare Gesicht meiner Mutter zu blicken. Über das kleine Lächeln von Papa und über die Umarmungen, die Freude von Oma. Heute ist eine der schönsten Momente, wenn die Musik aufgedreht wird, die Lichter am Tannenbaum erstrahlen, mit einem Glas Sekt angestoßen wird und man jetzt bitte nicht weint, weil einfach in jedem Weihnachten auch eine gewisse Traurigkeit in mir mitschwingt. 

Weil mir Rituale manchmal auch wichtig sind. 

In so manch einem Jahr gehen wir auch in die Kirche. Nicht, weil wir fromm sind, sondern weil man Gesichter, die man schon als Kind kannte, wieder sieht. Weil dort jeder an das glauben darf, an was er glauben möchte. Weil alle eine gewisse Stimmung vermitteln, die beim Singen in den alten Gemäuern von Wand zur Wand getragen wird, durch die Reihen geht und bei „Gloria in excelsis Deo“ plötzlich ein Kribbeln in einem auslöst. Weil mir Rituale manchmal auch wichtig sind. 

So harmonisch das klingt, ist Weihnachten, wie kurz erwähnt, auch ein Stück Trauer. Ich kann es nicht erklären, kann nicht ausmachen woher dieses Gefühl in mir stammt. Aber es ist da. Es ist vielleicht da, weil das Jahr sich dem Ende zuneigt. Aus ganz persönlichen Gründen oder einfach nur weil die Zeit einen aus den Fingern gleitet. Vielleicht auch, weil ich an die Menschen denke, die eben nicht da sind oder die draußen auf den kalten Straßen alleine sind.

Was bedeutet also für mich Weihnachten? Die Geburt Jesu Christi? Licht, Wärme und Liebe? Das Beisammensein der Familie? Essen und Geschenke? Rituale? Bräuche? Musik, Melodien? Schnee? Kälte und Wehmut? Gemeinsames Singen? Sehnsucht? Enttäuschung? Freude? Glaube? Hoffnung? Nichts davon und von allem etwas schätze ich.

Und für dich?

xx

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